Filter oder nicht Filter, das ist die Frage
Für mich stellt sich diese Frage eigentlich nicht,
und zwar aus folgenden Gründen:
Die meisten in Deutschland gefertigten (und auch die im Ausland
für Deutschland hergestellten) Pfeifen sind für die
so genannten 9-mm-Filter vorgesehen. ("So genannt" deswegen,
weil der Durchmesser dieser Filter 8 mm beträgt.)
Warum die Mehrheit der deutschen Pfeifenraucher so versessen auf
Filter ist, habe ich nie ergründen können. Ich habe
alle handelsüblichen Filter (ob Aktivkohle-, Meerschaum-, Kieselgur-,
Papier- oder Balsaholz-) ausprobiert und kann behaupten,
daß die Nachteile deutlich überwiegen.
Vorteil
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Teer, Kondensat (und vielleicht auch Nikotin) werden zu einem Teil vom
Filter absorbiert.
Nachteile
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Durch den Filter erhöht sich der Zugwiderstand, so daß
man stärker ziehen muß. Dies bewirkt natürlich,
daß die Glut heißer wird und dadurch mehr Kondensat
abgegeben wird, was den Filter auch mehr verstopft, so daß man
noch stärker ziehen muß. Ein circulus vitiosus.
-
Der Filter filtert aber nicht nur Teer und Kondensat, sondern auch
Geschmack (auch wenn die Filterhersteller dies vehement bestreiten).
Besonders leichtere Tabakmischungen verlieren dann so viel
an Aroma, daß schon so mancher Raucher wieder auf stärkere
Tabake umgestiegen ist, die naturgemäß wieder mehr Teer
und Nikotin enthalten. Auch nicht das Wahre.
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Vergißt man, den Filter nach dem Rauchen herauszunehmen,
gibt er das aufgesaugte Kondensat wieder an das Holz ab;
so wird die Pfeife bald un(b)rauchbar.
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Auch kostet so ein Filter zusätzliches Geld. Zwar nicht besonders
viel, aber zusammengerechnet ergibt das schon wieder eine schöne
neue Pfeife pro Jahr. (100 Stück kosten etwa
€ 8,-. Bei täglich nur 5 Pfeifen reicht
so eine Packung gerade mal 3 Wochen, das macht im Jahr
ca. € 150,-, ein nettes Sümmchen.)
Selbstverständlich kann man eine Filterpfeife auch ohne
Filter rauchen. Jedoch kommt es dabei durch die Expansion des Rauches
in der Filterkammer wieder zu mehr Kondensation.
Also auch nicht das Gelbe vom Ei. So bleibt eigentlich nur, statt des
Filters einen Adapter aus Kunststoff einzusetzen. Allerdings sind
preiswerte Adapter so dimensioniert, daß sie möglichst in
alle Filterpfeifen passen, das heißt, daß sie so klein
sind, daß sich zwischen Adapter und Filterkammerwand Teer
und Kondensat ansetzt, was wieder einen erhöhten Aufwand bei
der Reinigung bedingt. Die Ideallösung wäre daher, für
jede Filterpfeife einen speziellen Adapter herzustellen, der haargenau
in Durchmesser und Länge der Filterkammer entspricht und den
Rauchkanal auf ein "normales" Maß, also etwa 4 mm,
reduziert. Ja, und genau dies mache ich bei meinen Pfeifen. Natürlich
geht das nicht ohne entsprechendes Werkzeug.
Bei geraden Pfeifen ist das völlig problemfrei. Anders sieht
es bei gebogenen Pfeifen aus. Eines meiner Kriterien beim Pfeifenkauf ist,
daß ich einen Pfeifenreiniger ohne Hindernisse durch das
Mundstück bis in den Brennraum schieben kann. Das erfordert dann schon
einiges Geschick bei der Herstellung eines Adapters bzw. des kompletten
Ersetzens des Mundstückzapfens. Das Ergebnis sieht dann
zum Beispiel so aus:
Ein Freund sagte einmal zu mir:
Wer eine Pfeife mit Filter raucht,
der wäscht sich auch die Füße mit den Socken.
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