mpeln
können vor, neben, über oder hinter einer Kreuzung
angebracht sein, manchmal sogar mitten in einer Fußgängerzone
ganz ohne Kreuzung. In der Schweiz gibt es sie sogar waagrecht! Das
einzige, was unglaublicherweise in allen Ländern die gleiche
Bedeutung hat, sind die Farben. Nun ja, nicht ganz. In Frankreich
darf man bei Rot z.B. nach rechts abbiegen, in Deutschland mußte
ich dafür
|
|
|
|
|
|
|
Wer ein bißchen in Europa herumgekommen ist, wird diese Ampeln unschwer den einzelnen Ländern zuordnen können.
erkehrszeichen
alleine sind oft nicht aussagekräftig genug, daher hat ein kluger
Kopf vor langer Zeit die Zusatztafel
erfunden, die (natürlich in der jeweiligen Landessprache
verfaßt) zum Beispiel so aussieht wie nebenstehende Abbildung.
Ein
Ausländer, der vor dieser Tafel hält, um im Wörterbuch
nachzuschlagen, ob er jetzt hier stehenbleiben darf oder nicht, macht
sich jedoch bereits strafbar, wenn er dies zufällig an einem
ungeraden Tag in einem Monat von |
|
Was man mit einem einfachen Zeichen wie
|
|
|
|
Kaum zu glauben!
|
Da kann man nur hoffen, daß sie nicht auf die Fahrbahn hüpfen.
|
Biertransporte sind wohl ganz besonders gefährlich.
|
Dafür gäbe es ein eigenes Zeichen, meinen Sie? Na, wenn schon.
| |
Auch andere Verkehrszeichen geben manchmal zum Staunen oder zum Schmunzeln Anlaß:
|
|
|
|
| |||||
Wohin denn sonst?
|
Sechzig Fünfzigstel?
|
Parkplatz für Kirchen?
|
Wer möchte dort schon wohnen?
|
No na.
|
F
|
CH
|
I
|
D
|
A
| |
änderweise
unterschiedlich werden
Führerscheine nach Kategorien, Gruppen,
Klassen oder sonst irgendwelchen Kriterien
eingeteilt, die allesamt ziemlich willkürlich anmuten. Wer z.B. in
Österreich einen Führerschein der
esetze, Gesetzesnovellen, Verordnungen, Verbote,
Einschränkungen, wohin man blickt. Und täglich kommen neue hinzu.
Sollten Sie das Pech haben, in einen Unfall verwickelt zu sein und vor
Gericht zu stehen, dann wird Ihnen ein Gremium aus Richtern,
Anwälten und Sachverständigen nach
wochenlangen Beratungen mitteilen, wie Sie sich in der fraglichen
Zehntelsekunde hätten verhalten sollen. Und dann werden Sie schuldig
gesprochen.
n
Deutschland ist, zumindest in den Städten, an nahezu
jeder Haus- oder Grundstückseinfahrt eine Tafel "Feuerwehrzufahrt"
angebracht, ganz so, als würde es dort jeden Tag brennen. Tatsache
ist jedoch, daß es in Deutschland genau so häufig oder genau
so selten brennt wie in irgendeinem anderen Land, das ohne diese Tafeln
auskommt. In all den vielen Jahren, in denen ich in einer der deutschen
Großstädte wohnte, habe ich nur ein einziges Mal einen
größeren Brand erlebt. Aber trotz aller Tafeln konnte die
Feuerwehr nicht verhindern, daß das Haus total ausbrannte.
um
ersten Mal auf einer Autobahn in England unterwegs,
bemerkte ich vor jeder Ausfahrt eine Tafel, auf der so etwas wie
eine Spinne zu sehen war, möglicherweise mit ein paar amputierten
Beinen. Ich hielt dies für irgendeine Reklame, bis mir auffiel,
daß die Spinne jedesmal ein wenig anders aussah. Schlagartig wurde
mir klar, daß das gar keine Spinne darstellen sondern einen
Kreisverkehr mit den zugehörigen Straßen symbolisieren
sollte.
enn
ein Uniformierter mit einer roten Laterne winkt, heißt das
im allgemeinen "Halt". Das ist auch in der Schweiz so, aber mit
einem feinen Unterschied: Ist der Laternenschwenker ein Bahnbediensteter
an einem Eisenbahnübergang, dann bedeutet es "Halt" wie
überall sonst auch, ist es jedoch ein Polizist, so meint er damit
"Weiterfahren".
agatellschäden
an Kraftfahrzeugen sind in Frankreich nicht versichert. Als ich
einmal einen Pastis schlürfend in Paris im Café de la Paix
saß, an dem, wie ein Sprichwort sagt, die ganze Welt
vorüberkommt, wenn man lange genug wartet, zählte ich zum
Zeitvertreib die vorüberfahrenden Autos, die keinen erkennbaren
Schaden aufwiesen. Das Ergebnis nach einer Stunde: Null.
leine
und kleinste Länder sind oft für Touristen sehr interessant.
Obwohl landschaftlich sehr reizvoll, kommen die meisten Fremden nicht der
Naturschönheiten wegen nach Andorra. Der ganze Staat ist
nämlich eine einzige Zollfreizone. Als ich an einer Tankstelle
hielt, fragte mich der Tankwart nicht etwa nach meinen Wünschen
bezüglich Treibstoff oder Öl, sondern welchen Whisky ich
haben wolle. Ja, noch die klitzekleinste Tankstelle hat ein Sortiment
von mindestens
chußwaffen
oder Munition nach Spanien einzuführen, ist strengstens untersagt.
Als ein Zollbeamter an einer Grenzstelle das Handschuhfach öffnete,
fiel mir viel zu spät ein, daß ich nach dem letzten
Schießwettbewerb vergessen hatte, die Munition aus dem Auto zu nehmen.
Der Beamte nahm eine Schachtel mit
arkplatzprobleme
gibt es sicher überall. Aber können Sie sich einen ganzen
europäischen Staat ohne einen einzigen freien Parkplatz vorstellen?
So ging es mir einmal in Monaco. Mir blieb nichts anderes übrig,
als das Land zu verlassen, obwohl ich mich gerne ein wenig umgesehen
hätte; aber ich konnte meinen Wagen einfach nirgends parken!
upen
gehört in Italien genauso zum Autofahren wie Gas
geben oder bremsen. Gehupt wird aus den unterschiedlichsten
Gründen: zum Beispiel, um einem anderen Verkehrsteilnehmer zu
sagen, daß er stehen bleiben soll, oder daß er weiterfahren
soll, oder daß er sich falsch verhalten hat, oder daß er
sich richtig verhalten hat, oder einfach nur um zu testen, ob die Hupe
noch funktioniert. Nach vielen tausend Kilometern auf italienischen
Straßen und eingehendem Studium der Hupgewohnheiten kann ich die
Ansicht mancher Leute, die meinen, aus der Art des Hupens (zweimal lang
oder dreimal kurz oder sonstwie) erkennen zu können, was der Fahrer
meint, nicht teilen. Vielmehr bin ich der Meinung, daß man nach
einem ganz simplen Grundsatz verfährt (um wieder mal Descartes zu
paraphrasieren): Ich fahre, also hupe ich.
ie
Fähre von Italien nach Korsika schlingerte in einem
heftigen Sturm ziemlich stark, so daß mein Wagen an den vorderen
anstieß und sich die Nummerntafel löste und herunterfiel.
Ich warf sie ins Wageninnere und nahm mir vor, sie bei nächster
Gelegenheit wieder zu montieren. Ich vergaß aber den Vorfall bald,
und als mich eine motorisierte Verkehrsstreife aufhielt und einer der
Polizisten fragte, wieso ich denn vorne kein Kennzeichen habe,
erzählte ich den Sachverhalt wahrheitsgemäß. "Ach so,
auf der Fähre", meinte er daraufhin, als würde jede andere
Erklärung automatisch zu einem Strafmandat führen. Als ich
dann noch einen Kanister mit französischem Rotwein und ein paar
Gläser hervorholte, waren wir bald in ein anregendes Gespräch
über das Land, das Wetter, die Politik und alles mögliche
vertieft. Nach etwa einer Stunde verabschiedete ich mich und sie
wünschten mir noch einen schönen Aufenthalt. Von der
Nummerntafel war keine Rede mehr. So etwas möchte ich einmal in
Österreich oder Deutschland erleben!
berhöhte Geschwindigkeit
macht sich in Jugoslawien nicht bezahlt. Als ich einmal von der Polizei
deswegen angehalten wurde, erklärte einer der Beamten: "Kollege dich
fotografieren mit Radar. Du schnell fahren, du missen zahlen". Auf meine Frage,
wieviel denn das koste, antwortete er "Wir keine Unmenschen, fir dich finfzig
Dinar". Unglücklicherweise war die kleinste Banknote, die ich bei mir
hatte, ein Hundert-Dinar-Schein. Also nahm ihn der Polizist, um ihn wechseln
zu lassen. Nach einer Viertelstunde kam er zu meinem Wagen zurück und
erklärte, daß in der Nähe niemand dazu imstande sei. Also
versuchte ich ihm klarzumachen, daß er die hundert Dinar behalten solle,
meine Zeit sei mir wertvoller. "Nein, nein", sagte er, "du zahlen finfzig Dinar,
du mir geben hundert Dinar, du zurickbekommen finfzig Dinar" und verschwand
wieder. Nach einer weiteren halben Stunde händigte er mir
freudestrahlend das Wechselgeld ein. Nachdem er noch umständlich
einen Strafzettel ausgefüllt und mir noch einmal ausführlich
erklärt hatte, "Wenn du schnell fahren, du missen zahlen, wenn du langsam
fahren, du missen nix zahlen!", durfte ich dann endlich weiterfahren.
n
einer Mautstelle auf einer Autobahn in Griechenland bekam ich
als Quittung für die bezahlte Gebühr ein paar bunte
Zettelchen, die mir der Kassier an der nächsten Mautstelle wieder
abnehmen wollte. Als ich ihn darum bat, sie behalten zu dürfen,
wurde er ziemlich böse und maulte, daß ich ihn um seinen
Verdienst brächte. Klar, die hätte er dem nächsten
Autofahrer wieder verkaufen können. Nach einigem Feilschen
willigte er schließlich ein, stempelte sie jedoch vorher
ungültig.
ollten
Sie nun meinen, daß diese Ausführungen spaßhaft
oder übertrieben gezeichnet sind, dann seien Sie dessen versichert:
Das sind keine Ausgeburten meiner alkoholbeflügelten Phantasie,
all diese Dinge habe ich wahrhaftig auf meinen vielen Reisen durch
Europa erlebt.
azit:
Von einem vereinigten Europa sind wir weiter entfernt als vor
© 2006 by G. Perterini, Wien